Archiv der Kategorie: Gedanken

Links vs. Rechts oder doch Ost vs. West

Was für eine unsinnige Diskussion doch, kaum ist die Bundestagswahl gelaufen, in Gange kommt. Die SPD muss weiter nach links. Die CDU soll weiter nach rechts. Die Wahlen haben ja angeblich gezeigt, dass es links und rechts ja noch so viel Platz gibt, den doch die Volksparteien füllen müssen. Aber ist das wirklich das Problem? Geht es tatsächlich darum, ob eine Partei linke oder rechte Politikfelder bedient? 

Mir scheint die Diskussion am Thema vorbei. Tatsächlich ist es doch so, dass dieses Mal sehr viele derer die vor vier Jahren Die Linke gewählt haben zu den rund 13% der Rechtsaußen Wähler gehören. Schaut man genauer auf die Ergebnisse fällt auf, dass in Ost-Deutschland erneut die Extremen den größten Zuspruch bekommen haben. Nur eben dieses Mal die extrem Rechten. Fragen die Analysten genauer nach, bekommen sie zu hören, dass es nicht politische Inhalte, Wahlprogramme oder eigene Überzeugungen warten, die diese extreme Wahlentscheidung begründen. Man sei von den anderen Parteien enttäuscht und habe deshalb -also aus Protest- so gewählt. Die gleiche Erkenntnis wie vor vier Jahren also. Damals war es Die Linke, die plötzlich als drittstärkste Kraft die Arbeit der Opposition bestimmen sollte.

Da entsteht doch langsam der Eindruck, dass es nichts damit zu tun hat, ob eine Partei besonders weit links oder rechts zu verorten ist, sondern darauf, was von der Politik bei den Menschen ankommt. Offenbar kommt bei den Ostdeutschen noch viel weniger davon an, als in den alten Bundesländern. Diskutiert man mit den Leuten über Politik, dann fällt ebenfalls auf, dass diejenigen, die meinen „interessiert mich nicht, Politik ist doch sowieso Mist“ tatsächlich vorwiegend aus den neuen Bundesländern kommen. Wie immer und überall gibt es natürlich auch Ausnahmen, doch in der politischen Arbeit entscheiden nun einmal Mehrheiten und nicht Ausnahmen…

Was soll diese Überlegung nun nutzen? Na ja, zumindest wäre es schon mal gut, mit dieser elenden Links vs. Rechts Diskussion aufzuhören. Es gibt nämlich im Alltag der wählenden Menschen zu viele Themen, die sowohl klassisch linke, eher rechte oder eben überhaupt irgendwelche Antworten von der Politik brauchen. Es ist wesentlich einfacher, sich mit den wirklichen Sorgen zu befassen und dazu Lösungen zu entwickeln, als ständig darüber zu sinnieren, ob das denn nun Links oder Rechts zu verorten ist.

Deutschland wir haben ein Problem

Ja, da nutze ich sogar in der Überschrift schon dieses böse, verpönte und besonders für professionelle, positiv-formulierende, lösungsorientierte Kommunikatoren so absolutes No Go Wort „Problem“. Doch spätestens seit „Nach-Silvester-in-Köln“ finde ich das niedliche, Ärmel hoch krempeln und ^Wir schaffen das^ jubelnde „Herausforderung“ einfach total unangemessen.

Klar hat jeder irgendwie irgendeine Meinung, zu dem was da in der Silvesternacht allem Anschein nach eskaliert ist. Doch damit etwas eskalieren kann, muss es doch schon vorher immer wieder mal, vielleicht unterschwellig, leise und unbemerkt passiert sein. Logisch kommen jetzt die „hab ich es doch gleich gesagt, aber mich nennt ihr Besorgter Bürger oder Nazi“ ebenso in die Mitte „gehetzt“, wie die „och nu lass doch mal die Flüchtlinge aus dem Spiel, die tun sowas doch nicht, die wollen doch nur Schutz“ Heuler. Um politische Korrektheit bemühte Rechtsstaat-Verteidiger speicheln in die selben Mikrofone, wie die „scheiß auf Demokratie“ Schreihälse. Alles brüllt irgendwie durcheinander und der um Objektivität bemühte Normalo hängt dazwischen und sucht nach seiner Alufolie um daraus einen Hut zu bauen.

Wir schaffen das?!? Wer ist WIR und was schaffen überhaupt?

Ok, die „Herausforderung“ die eine sogenannte Flüchtlingskrise halt so mit sich bringt, scheint nun wirklich nicht gar so dramatisch, dass das nicht zu wuppen wäre. Im Gegenteil, mit klaren Regeln, ausreichend Wohnraum, vor allem mit genügend Verwaltungsleuten in den jeweiligen Behörden, sollte es doch für einen reichen Staat wie Deutschland eher nicht so schwierig sein, die Leute die aus den aktuellen Krisengebieten – bei denen wir als Nation ja nun nicht ganz und gar unbeteiligt daran sind, dass dort Krisen herrschen – zu uns fliehen aufzunehmen. Warum also dann dieses dramatisch daher kommende „Kriesen“ Geheule. Nun bin ich ja bekanntlich eher keine große Merkel-Versteherin, aber da hat die Frau doch Recht. 1-2 Millionen Menschen auf der Flucht, Schutz und Asyl bieten, das ist zu schaffen. Also finde ich, wenn ich im Rahmen meiner Möglichkeiten denke und bereit bin meinen Anteil an dem zu Schaffenden beizusteuern, sollte das zu schaffen sein. Wo liegt denn dann das Problem? Beim „WIR“ vielleicht, denn schließlich denken nicht alle wie ich und nicht alle haben den gleichen Rahmen an Möglichkeiten wie ich. Im Gegenteil, viele wollen ja nun auch gar nicht, dass WIR irgendwas schaffen, das zur Folge hat wieder mehr Fremde an unserem wohl gedeckten Esstisch sitzen zu haben. Sind wir nun eine Nation von Egoisten die nichts von ihrem Wohlstand abgeben wollen? Oder doch, wie ja wir selber von unseren Landleuten immer mal behaupten, alles Hitler-Ideologie verseuchte Fremdenhasser? Achtung! Da raschelt die Alufolie dann wirklich immer lauter ins Geschehen…

Ein Problem hat viele Väter und Mütter

Denke ich um einige Jahrzehnte zurück, erinnere ich mich an sehr unschöne Situationen, die ich selber erleben musste. Als Teenager zum Beispiel wurde ich von einer Gruppe Türken (oder waren es Kurden, ich kann die bis heute ja nicht auf den ersten Blick unterscheiden, aber beide fühlen sich zutiefst beleidigt, wenn sie verwechselt werden) verprügelt. Oder einige Jahre später, als ich nachts auf dem Heimweg von der Arbeit in einer Pizzeria die von einem Iraner und einem Iraker geführt wurde (bemerkenswert, weil zu der Zeit Iran und Irak im Krieg lagen und aus beiden Ländern Flüchtlinge in unser Land kamen), von irgendwelchen arabisch stämmigen alten Männern angemacht und als Schlampe beschimpft wurde. Nein, angezeigt habe ich nie jemanden, warum auch, die Polizei hätte doch eh nie etwas machen können. Ich habe noch viele Situationen erlebt, die meine tiefe Ablehnung gegen Männer aus dem arabischen Raum immer öfter bestätigt haben. Trotzdem, es gab auch gegenteilige Erfahrungen und mit den Jahren haben die mein Bild vom „Ausländer“ immer besser werden lassen. Daran hat sich auch nach den Silvester Geschehnissen nichts geändert. Doch was mir mit jedem Bericht dieser Tage immer klarer scheint, es wird nicht gelingen irgendwas zu schaffen, denn was ich als Rahmen meiner Möglichkeiten bezeichne reicht nun einmal nicht. Es genügt auch nicht, an der Flüchtlingsthematik herum zu schrauben. Es wird überhaupt nichts bringen, politisch korrekt formulieren zu wollen oder jeden der das nicht tut als Rechts-außen abzustempeln… Wenn wir uns alle nur feste genug die Hände vor die Augen halten, verschwindet das Problem eben nicht. Es ist schließlich nicht ein bestimmtes Ding, konkret benannt und damit lösbar. Es sind ganz viele verschiedene „Herausforderungen“ die es überhaupt als Teile des Problems zu lösen gilt. Gebaut haben wir alle gemeinsam daran, dass das so viele hässliche Puzzleteilchen  gibt, die uns gerade um die Ohren fliegen.

Schärfere Gesetzte ohne Gesetzeshüter? Was für ein Quatsch!

Nach vielen Monaten „politisch korrekter“ Streiterei der jeweiligen politischen Garde, jetzt also ganz schnell, ganz viele total wichtige Verschärfungen von Gesetzen? Es soll die ganze Härte und sofortige Abschiebung und … was weiß ich noch an „der neuen Situation angepassten“ Regelungen geben. Doch tatsächlich klingen für mich diese ganzen neuen Entscheidungen sehr nach den Forderungen, die bis Silvester noch lediglich als „Rechts-populistisches Gedankengut“ verpönt waren. Noch weniger erschließt sich mir der Zusammenhang zu „Silvester am Kölner Bahnhof“. Ok, inzwischen scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass es tatsächlich junge Männer aus arabisch sprechenden Ländern waren. Was sich allerdings auch langsam immer mehr ans Tageslicht arbeitet, da gibt es seit Jahren in Köln und anderswo einen Haufen Ärger, mit vorwiegend aus Morocco stammenden jungen Männern. Viele sind irgendwie auch gar nicht alle mit der „Flüchtlingswelle“ der Kanzlerinnen-Einladung ins Land geschwappt, sondern schon Monate vorher hier negativ aufgefallen. Frustrierte Polizei Beamte stellen fest „Es bringt ja nichts, nehmen wir vorne einen fest, marschiert hinten lachend sein Kumpel ungestraft aus dem Gerichtsgebäude…“. Also doch die Lösung „Schärfere Gesetze“? Wer soll aber dann darauf achten, dass diese „schärferen Gesetze“ auch befolgt werden? Die Hüter unseres Rechtsstaates sollte ja die Polizei sein, blöd wenn dann aber genau diese Gesetzeshüter immer weniger Ressourcen haben personell und materiell, aber immer mehr Aufgaben und Verantwortung. Gleiches übrigens bei der Bundeswehr, die längst keine Bundes-Wehr mehr ist, sondern in allen möglichen Kriegs- und Krisengebieten unterwegs ist. Dabei aber „verschlankt“ und den Spar-Zwängen dienend auf Minimum reformiert wurde. Also an allen Fronten ob innere oder äußere Sicherheit, diejenigen die dafür sorgen sollen (und ja wenn sie könnten wie sie wollten auch gerne wollen), wurden unter verschiedenen CDU geführten Regierungs-Konstellationen immer mehr in die Handlungsunfähigkeit gespart. Ganz nebenbei frage ich mich auch, was ständig neue Entscheidungen im Bundesparlament bringen sollen, wenn manch eben erst beschlossenes noch nicht einmal lange genug entschieden war, um es umzusetzen. Kaum hört der interessierte „Livestream-Debatten-Verfolger“ auf Phönix was beschlossen wurde, schon ist vor den Tagesschau Kameras ein (meist Bundes-Innen-) Minister dabei, neue Regelungen zum selben Thema zu fordern oder sogar zu erklären. Oder es haben sich endlich alle drei Regierungsparteien auf ein Vorgehen geeinigt, schon findet sich (meist in Bayern) ein Kommentator dieser drei Parteien, der etwas ganz anderes jetzt und sofort fordert.

Thema verfehlt SETZEN 6!

„Bloß keinen Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise herstellen…“ schallt es seit Neujahr überall in allen möglichen Klangfarben, außer natürlich in der als „Braun“ klassifizierten. Doch schon dieser Ausruf brüllt einem doch genau diesen Zusammenhang direkt in den Kopf. Auch die „schärferen Gesetze“ sind alle darauf ausgelegt, um Asyl „bittende“ im Zuge des Flüchtlingsstromes nach Deutschland eingewanderte Straftäter härter bestrafen zu können. Tatsächlich könnten die bestehenden Gesetze doch absolut ausreichen, die bisher bekannt gewordenen Straftaten massiv und nachhaltig zu ahnden. Auch glaube ich kaum, dass deutsche Gerichte die geltenden Gesetze bei „nicht-deutschstämmigen“ Angeklagten anders anwenden, als auf deutsche Straftäter. Warum müssen jetzt also die Gesetze verschärft werden, die allesamt nicht im Ansatz mit den begangenen Straftaten, sondern ausschließlich mit der Herkunft und dem Aufenthaltsstatus der vermutlichen Täter zu tun haben? Hübsch vorne hui (bloß nicht ins PEGIDA DEUTSCH geraten) und hinten pfui (aber irgendwie müssen wir denen ja auch mal was geben, jetzt wo Die vielleicht die Mehrheitsmeinung vertreten könnten)? An der Tatsache, dass…

  1. die selben Straftaten in anderen Zusammenhängen von vorwiegend deutschen Besoffenen verübt, meist als Kavaliersdelikte im Eifer des Gefechts abgetan bzw. von den Opfern gar nicht angezeigt werden.
  2. die aktuell als Täter identifizierten jungen Männer, einer „Gruppierung“ zugeordnet werden, die bereits lange bevor sich so viele Menschen gleichzeitig als Flüchtlinge in Deutschland eingefunden haben, als gefährliche Gruppierung gezeigt hat. Junge Männer, die bereits seit Jahren unterwegs nach Europa und schlussendlich dann Deutschland waren. Die sich also schon sehr lange nicht mehr von irgendjemandem irgendetwas haben vorschreiben lassen. Die keinerlei Erziehung durch wen auch immer bekommen haben. Die sich im wahrsten Wortsinne durch gekämpft haben… Diese jungen Männer werden sich übrigens an keines unserer Gesetze halten, weil sie nie gelernt haben, dass Regeln zu befolgen sind. Die Konsequenzen, die wir mit deutschem Recht androhen können, sind grundsätzlich nicht schlimmer, als das was die hinter sich gelassen haben. Denen kommen wir mit härteren Strafen nicht bei.

… liegt die jetzt in allen Parlamenten ausgebrochene „Gesetzes-Verschärfungswut“ doch sicherlich nicht, oder? Es ist auf jeden Fall kein Zusammenhang zu erkennen, zu dem was wirklich passiert ist.

Ich gehe dann jetzt mal Alufolie suchen und bau mir einen Hut draus, bevor ich hier noch irgendwelche Theorie von Verschwörung und Co. initiiert von bösen Mächten aus welcher Galaxie – ob rechts oder links der Hemisphäre – auch immer… oder waren es doch die Amis… die Presse es muss die Presse gewesen… oder Merkel? Ja die ganzen Politiker, oder doch nur die Regierung…. oder …. oder … Alu Rascheln Mütze bauen… 😉

ps: das Beitragsbild ist einer der Patches die ich auf einer Lederweste in jungen Jahren getragen habe… schien mir irgendwie passend, auch wenn ich mich natürlich heute nicht mehr … obwohl… Alu Raschel…

Respekt Disziplin und andere deutsche Werte

Es ist nahezu unmöglich, aktuell als interessierter Bürger still zu bleiben. Da sind dann besorgte Bürger die nicht Nazi genannt werden wollen, noch Besorgtere die meinen überall steckt ein Nazi dahinter und die ewig Gleichgültigen, die irgendwie alles nachplappern was andere meinen. Was alle eint ist die panische Angst davor, dass ihnen etwas genommen würde. 

Tatsächlich geht in dem ganzen Spektakel rund um das Thema Flüchtlinge, Asylbewerber und Einwanderer eine ganze Menge verloren. Allerdings nichts was mit Wohlstand, Lebensqualität oder Geld zu tun hat, sondern Würde und echte deutsche Werte. Auf allen Seiten werden so unbezahlbare Grundwerte verschleudert, für die wir Deutschen doch in der ganzen Welt bewundert, respektiert und mancherorts auch gefürchtet werden. Was allerdings noch schlimmer ist, wir sorgen selber dafür, dass der Eindruck entsteht, wir wären wieder dieser hochgefährliche Staat, der für zwei Weltkriege verantwortlich war. Das sogar aus zwei Richtungen. Von links wie von rechts scheint einziges Ziel zu sein, die schlimmsten Zeiten unserer Nation neu aufzulegen. Dazu dann noch die ganzen Vereinfachungen, also Vorurteile und Schemata die Meinungsbildung ja so simpel machen können. Warum auch selber denken, wenn andere doch so viel schlauer scheinen, dass man deren Denke einfach übernehmen kann, um vor anderen selber schlau zu wirken…

Alles Nazis oder was?

Im Moment könnte ich noch nicht einmal sagen, wann das angefangen hat, dieses „du bist ein Nazi weil“ …du Thor Steinar Klamotten gut findest, …du die Musik von FreiWild, Böse Onkelz usw. gut findest, …du dich für Wikinger und nordische Geschichte interessierst, dich sogar so intensiv damit beschäftigst, dass du deinen Kindern Namen aus dieser Geschichte gibst oder dir einen Mjölnir [Thorshammer] als Halsschmuck umhängst, …du nicht so lebst, denkst, bist wie ein guter Deutscher Bürger zu sein hat. Was heißt denn Nazi? Damit sind doch die geistigen Nachfahren der NSDAP gemeint, oder? Also diejenigen die Ideologien der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei weiter verbreiten und auf heute übertragen wollen, richtig? Ihr die Ihr so wahnsinnig schnell damit seid, andere als Nazi zu bezeichnen, Ihr seid doch auch oft diejenigen, die stolz darauf sind, dass sie eine deutlich höhere Bildung haben, als die. Ok, dann frage ich mich doch, warum haben gebildete Menschen es nötig, andere anhand von irgendwelchen Modeerscheinungen – für mich sind Klamotten Marken und Bands Modeerscheinungen – gleich pauschal eine politische Gesinnung zu unterstellen? Oder noch schlimmer, das Interesse an nordischer Geschichte gleichzusetzen mit braunem/rechtsradikalem Gedankengut. Ich selber bin nahe der dänischen Grenze geboren und aufgewachsen. Ihr schlauen Leut werdet wissen, dass alles nördlich von Hamburg Altona mal dänisch gewesen ist. In meiner Familienchronik ist der südlichste Ahne ein Altonaer. Ich war immer der Meinung, ich dürfte von mir also ruhigen Gewissens behaupten, dass ich eine echte Nordfrau bin. Auch habe ich mich von klein auf für Wikinger und die nordische Geschichte interessiert. Bei uns da oben ist das ja auch naheliegend im wahrsten Wortsinne. Die Schleswiger Museen sind wirklich hoch interessant für jung und alt, kann ich jedem der auf eine umfassende Bildung wert legt nur empfehlen. Das mein Sohn Thore (nach Thor dem Donnergott) heißen sollte, wenn ich denn je Kinder hätte, war mir schon immer klar. Eine Tochter hätte den Namen Freyja bekommen, doch es war ein Sohn und der ist heute auch schon über 18. Natürlich hat er von allen Seiten auch Kettenanhänger bekommen, die das Symbol seines Namensgebers den Thorshammer darstellen. Selbstverständlich fand er schon recht früh die Marke Thor Steinar des Namens wegen gut und ja, er sieht halt auch noch aus wie ein echter Nordmann. Ist ja auch Mutters Jung. Tatsächlich ist „Mutters Jung“ dann auch recht früh mit Politik in Kontakt gekommen, denn ich bin ja aktive Kommunalpolitikerin und Sozialdemokratin. Mit vierzehn wollte er dann zu den JUSOS, weil er von mir gelernt hat, welche Grundwerte die Sozialdemokratie verkörpert. Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit sind die Grundwerte mit denen er aufgewachsen ist und die ihm wichtig sind. Außerdem hat er von uns gelernt, dass Respekt und Disziplin ebenso wichtig sind. Er ist also mit echten deutschen und sozialdemokratischen Werten erzogen und hat diese für sich auch verinnerlicht. Ich gebe zu, auf diesen Kerl bin ich echt stolz. Der arbeitet hart und fleißig, behandelt alles Leben mit dem Respekt den er für sich auch umgekehrt erwartet und setzt sich für schwächere ein. Nur ein JUSO konnte er nicht werden. Die wollten ihn nicht. Ob es daran lag, dass er Thor Steinar Klamotten trägt, oder an den Mjölnir Kettenanhängern, oder einfach an seinem Namen? Na ja, nachdem er die Musiker von FreiWild einmal persönlich kennen gelernt hat, fand er auch deren Musik richtig klasse. Es war schon reichlich irritierend, plötzlich überall zu lesen, dass ja FreiWild Fans und Thor Steiner Klamotten-Träger Nazis sind. Das dann auch noch die ganze nordische Geschichte mit Namen und Symbolen alles durch und durch rechtsradikale braunes Gedankengut verkörpert. Was mein Sohn sich zum Teil für Sachen anhören musste, von Leuten die ich für kluge, weltoffene Menschen gehalten hatte… Es hat uns viel Mühe und lange Diskussionen gekostet, mit einem Teenager dem seine Werte und Normen Lehrerin außergewöhnlich intelligente Argumentationsgaben bescheinigt, zu klären welche Werte wichtig und welche „Freunde“ die Feinde seiner Zukunft sind. Ja, denn genau das passiert, wenn junge Kerle zu Nazis erklärt werden, sie schließen sich mit anderen Jungs zusammen, denen man rechtes Gedankengut unterstellt. Wenn sie ausgeschlossen werden, von denen die sich für besser halten, hören sie auf diejenigen, die sie mit Respekt behandeln. Ihr fragt euch immer noch, wie es passieren konnte, dass so viele junge Männer „nach rechtsaußen“ abgetriftet sind? Übrigens…als ich meinen Sohn gefragt habe, ob ich das alles so schreiben darf, sagte er: „Nur wenn du mich mit einem Satz korrekt zitierst. Schreib ruhig hin, dass ich der Meinung bin, wer andere nur wegen seinem Aussehen oder seiner Kleidung pauschal zum Nazi erklärt ist im Grunde selber einer. Schließlich ist das doch, worum sich das alles dreht. Fremde werden nur für Aussehen oder Herkunft abgelehnt, ohne genauer zu schauen wer das ist. Dumm ist es egal von welcher Richtung Vorurteile und Vorverurteilungen kommen!“ Ja Thore, damit zitiere ich dich gerne.

Alle anderen Gutmenschen oder wie?

Noch so ein neues Unwort, dass schneller gerufen als überlegt ist. Was heißt das denn überhaupt? Wenn der „Wutbürger“  (oder heißt der jetzt nur noch „besorgter Bürger“?) sich über diese ganzen „Gutmenschen“ beschwert, dann ist der Punkt erreicht, wo sich mein gesunder Menschenverstand gerne wimmernd in seine Ecke verziehen möchte, um all diesen Unsinn nicht weiter verarbeiten zu müssen. Nach zehn Jahren aktiver Politik-Arbeit bin ich doch froh, mir diesen gesunden Menschenverstand hoffentlich noch bewahrt zu haben. Was aber falsch daran ist, ein guter Mensch zu sein, wollte mir nie einleuchten. Die aktuellen Diskussionen haben mir allerdings eine Erklärungschance geliefert. Vielleicht geht es gar nicht darum wer ein guter Mensch ist, sondern darum wer es nur gut meint. Dann müssten die ja „Gut-Meiner“ heißen, aber das nur mal nebenbei. Bekanntlich ist aber das gut Gemeinte der Tod des gut Gemachten. Inzwischen fangen viele ja ihre Kommentare mit „Ich will hier ja nicht als Gutmensch rüber kommen, aber….“ an und wenn es nicht gar so traurig wäre, man könnte schmunzeln. Schließlich wird ja den „Besorgten Bürgern“ gerne genau die Formulierung „Ich bin ja kein Nazi oder so, aber…“ vorgehalten. Fakt ist doch, dass sehr wenig dafür nötig ist, von den zu Nazis Erklärten die Bezeichnung „Gutmensch“ als Schimpfwort verstanden an den, meist virtuellen, Kopf geworfen zu bekommen. Mich hat zum Glück noch nie jemand so bezeichnet. Könnte allerdings daran liegen, dass ich mich nicht über andere stelle, sondern mit jedem der eine andere Meinung hat solange respektvoll auf Augenhöhe spreche, bis er/sie mir nachdrücklich bewiesen hat, dass mein Respekt ins Leere läuft bzw. mein Gegenüber einfach tatsächlich zu blöd ist und Respekt nicht kennt. Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass ich mir sehr viel Mühe gebe, das was andere für ihre Argumente halten, nicht gleich pauschal und arrogant damit abzukanzeln, den Gegenüber persönlich anzugreifen und für dumm zu erklären. Bildung ist der Schlüssel für alles… stimmt! Doch was nützt denn Abitur und Studium, wenn dabei gleichzeitig Arroganz und Überheblichkeit heraus kommt. Natürlich sind auch die Arroganten, die meinen jedem der unsinnigen Parolen glaubt und dazu auch noch viele Rechtschreibfehler in seinen Postings hat, persönliche Beschimpfungen und Belehrungen antun zu müssen, ebenso eine Minderheit, wie die wirklichen Rechtsextremen. Der Schaden den diese Minderheit anrichtet ist aber nicht wirklich viel kleiner, denn sie sorgen dafür dass echte Argumente nicht mehr gehört werden wollen. Verhärtete Fronten… ist das nicht, wovor gerade so wahnsinnig viele Menschen fliehen? Als die PEGIDA Welle anfing, hätte es noch eine Chance gegeben, diese Entwicklung durch Dialog und respektvollen Umgang mit Andersdenkenden zu mildern, vielleicht sogar zu bremsen. Schon nach Hoyerswerda sollte klar gewesen sein, dass da gerade in den neuen Bundesländern irgendwas gärt, was so doch gar nicht mit der Wiedervereinigung gewollt war. Doch gerade so wie es die Missionare in Afrika vor Urzeiten verbockt haben, oder überall in der Welt diejenigen die meinten man müsse anderen die eigenen Überzeugungen  und Grundwerte einfach nur lange genug einprügeln/überstülpen, dann läuft das schon, wurden auch nach dem Mauerfall erwartet, der Osten wird sich dem Westen anpassen. Mein kleiner politisch unkorrekter Zyniker im Hinterkopf hätte jetzt fast „zu Untertan machen“ geschrieben… Vielleicht ist mit „Gutmensch“ aber ja auch einfach nur gemeint, wer sich selber für besser hält und das alle anderen auch spüren lässt?

Die Millionen von „dazwischen“ Menschen

Es sind ja beides nur Minderheiten, also die echten Rechtsextremen und die echten Möchtegerne Eliten. Wir leben aber doch in einem Land mit rund 80 Millionen Menschen, wer sind also diese Mehrheit? Wo sind die? In der Facebook Bubble sind die sicherlich nicht alle. Aber auch in dieser virtuellen Blase gibt es schon reichlich „dazwischen“ Menschen, die sich entweder gar nicht an dem Hin- und Her beteiligen, oder ihre Meinung denen anpassen, die sie lieber mögen. Das ist doch normal und legitim. Ich habe die Erfahrung im eigenen Hause gemacht. Wenn meine Männer nach 12 Stunden Arbeit im Tiefbau nach Hause kommen, haben die auch kein Ohr mehr für irgendwelche hochtrabenden Polit-Gespräche. Da wird der Fernseher nur angemacht, weil man dazu gut einschlafen kann. Wenn du deine ganze Energie dafür brauchst, mit deiner Arbeit ohne Abitur und Studium, sondern bei Wind und Wetter draußen auf dem Bau, den Lebensunterhalt zu verdienen, dann willst du halt einfach nicht mehr zuviel über Gesamtgesellschaftliches nachdenken geschweige diskutieren. Dafür dann aber auch noch als dummer Bildzeitungsleser beschimpft zu werden, macht es sicherlich nicht besser… Wenn wir aber die „dazwischen“ Menschen nicht mit Respekt behandeln, ihnen die Werte Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit nicht vorleben, haben wir es nicht anders verdient. Dann kommt es darauf an, wenigstens noch die Disziplin zu besitzen, nicht nach ganz rechts oder ganz links außen abzurutschen. Beides ist tödlich für unsere Demokratie und um die fürchten doch so viele. Ich auch!

#wasmichnervt Nicht nur aber auch in der Politik

So, jetzt langt es. In letzter Zeit hat es so viele Momente gegeben, die haben mich wirklich sehr geärgert oder genervt. Fast muss ich meine Twitter Bio ändern, denn da steht „[…] und immer gut gelaunt“. Bevor mir also meine „allzeit gute Laune“ endgültig abhanden kommt und vor allem damit ich meinen lebensrettenden Humor behalte, werde ich jetzt mit dem Hashtag #wasmichnervt in loser Folge aufschreiben, was mich nervt. Ach ja sicherheitshalber der „Warnhinweis“ Humor und Ironie können in Spuren vorhanden sein, wer darauf allergisch reagiert, liest ab hier auf eigene Verantwortung 😉

Kürzlich hat mich ein lieber Freund leicht vorwurfsvoll darauf aufmerksam gemacht, dass ich seit Januar ja gar nichts mehr gebloggt habe hier. Nach dem ersten Gedanken:“huch mich liest wer? cooool“ die erschütternde Erkenntnis, dass es stimmt. War mir ja gar nicht aufgefallen, denn ich schreibe hier andauernd irgendetwas. Meistens verwerfe ich es dann aber. Bevor ich diesen Artikel angefangen habe, hab ich erst einmal die Entwürfe die hier seit Monaten vor sich hindümpeln, gesichtet und zum großen Teil wegen Überalterung des Aufhängers gelöscht. Auch etwas das mich nervt! Da habe ich eine Idee, meist durch eine Schlagzeile oder eine Begebenheit und fange an zu schreiben und mittendrin fällt mir ein, dass da ja noch dieses oder jenes erledigt werden muss. Ich unterbreche also das Schreiben und kümmere mich erst einmal um das was da ansteht und dann noch um das was mir zwischendrin auch noch aufgefallen ist und dann noch um das was bis dahin ebenfalls dazu gekommen ist… Ist ja nur der private Blog und damit ja nicht so wichtig. Falsch, dass hier ist schließlich mein virtueller Küchentisch und gelegentlich mit angenehmen Menschen bei einer guten Tasse Kaffee, Tee oder im Ernstfall Havanna, am Küchentisch sitzen und klönen ist wichtig, oder? Dies darf auch gerne als Hinweis darauf gelesen werden, dass so ein Blog eine Dialog-Plattform ist und die Kommentarfunktion ruhig genutzt werden darf 😉

Die Zeit auf der Flucht

Ja das ist so ziemlich das Nervigste überhaupt, denn irgendwie vergeht die Zeit je älter Frau wird immer schneller. Vom Großen „huch schon wieder ein Jahr rum… hach wie die Zeit vergeht“ bis zum kleinen „boa so spät schon, ich muss doch noch…“ Mir scheint die Zeit einfach immer auf der Flucht zu sein. Natürlich hat das viel damit zu tun, dass ich den Blödsinn von der multijobbenden Multitaskerin im Laufe der letzten Jahre ins Absurde übertrieben habe. Das ist wirklich der schlimmste aller Zeitfresser, dieses möchtegern Multigetue. Machst Du alles gleichzeitig, machst Du nichts so wirklich richtig, geschweige richtig gut. Das heißt im Ergebnis, dass was wirklich gut sein muss weil es für Andere (Kunden, Partei oder Verein) gedacht ist, braucht mehrere Anläufe und die eigenen Sachen fliegen dann meist in den Müll. Alles also eine unglaubliche Zeitverschwendung mit dem Multitasking.  Weil das aber früher immer super geklappt hat, besonders weil ich mich einfach gut organisieren konnte, die Prioritäten eindeutig und klar waren, habe ich immer mehr Aufgaben übernommen. Besonders in der Kommunalpolitik ist ja auch immer was an anderen ehrenamtlichen Aufgaben zu verteilen und wer freiwillig in einem Gemeinderat sitzt, der hat doch offensichtlich sowieso genug Zeit. Ich gestehe, tatsächlich bin ich politisch aktiv, weil mich Vieles wirklich nervt und ich mir einbilde etwas verändern zu können. Ändern statt Ärgern ist sowas wie mein Lebensmotto. Die Erfahrung hat mich aber gelehrt, nur mit Politik ändere ich nicht genug. Also noch ein bisschen kulturelles Engagement, dazu dann auch im örtlichen Gewerbeverein einen Vorstandsjob übernehmen und na klar in der Partei gibt es ja auch immer noch einige Aufgaben, für die hat ja so ein Arbeitnehmer nun wirklich keine Zeit und alles den Rentnern und Beamten zu überlassen, ist ja auch nicht so clever. Vor allem nicht wenn sich doch etwas ändern soll.

Was nichts kostet ist nichts wert

Ein fleißiges „Ja, kein Problem, das erledige ich gleich mal“ und schon ist es passiert… Dabei bringt mir das ja nun auch wirklich viel Spaß was ich da an Aufgaben übernehme. Auch das ich inzwischen nicht nur Gemeinderätin sondern sogar Kreistagsabgeordnete bin, ist wirklich klasse. Es ist schön, wenn ich erlebe, dass mein Engagement auch wirklich positive Veränderungen bringt. Nein, dass ist nichts was mich nervt, das alles machen ich gerne und mit Freude. Die Freude endet nur abrupt, wenn ich auf mein Konto schaue. Der Kontostand erinnert mich dann nämlich sehr schnell daran, dass ich all mein Engagement und die Freude an dem was ich tue echt teuer bezahlen muss. Mit der Zeit, die jeder vernünftige Unternehmer doch in die Kundenakquise und in Umsetzung der Kundenaufträge investieren muss, um damit auch Geld zu verdienen. Ja, früher habe ich das was ich heute für Verein, Partei und Mandate mache – also Presse und Medienarbeit, Kommunikation in klassischen und neuen Medien, Recherche zu relevanten Themen, Events und Marketingkampagnen organisieren und umsetzen, das Internet erklären und mit Vorträgen meinem „Rampensau Gen“ frönen- mit großer Begeisterung und der selben Leidenschaft wie heute, für Kunden und Auftraggeber gemacht. Da hatte ich dann Prioritätenlisten, Deadlines die es einzuhalten galt und das beste… Einkommen!  Heute ist meine Prioritätenliste breiter als der Grand Canyon, weil ja alles irgendwie total wichtig ist und keine der Aufgaben delegiert werden kann. Die Deadlines setze ich mir selber, weil ja diejenigen für die ich das so alles erledige auch von sich aus sagen: „Hey lass dir Zeit, du machst das ja ehrenamtlich.“ Tatsächlich ist aber ja auch wichtig, dass zu bestimmten Zeiten die Sachen erledigt sind. Die Pressemitteilung zum Thema XY sollte erschienen sein, wenn dieses Thema diskutiert wird, die Medienarbeit für Event soundso ist sicher auch besser in vollem Gange, bevor die Party selber stattfindet und die Facebook Seiten von Verein, Partei, Fraktion und Unterstützergruppe für den Kanzler, dürfen schließlich auch nicht brach liegen. Ja, so kommt es dann, dass ich also alles gleichzeitig und nichts wirklich -nach meinen eigenen Maßstäben- richtig gut mache. Beschwerden kommen, zumindest in Sachen Kulturinitiative und Gewerbeverein, eher selten. Mir scheint, jeder ist froh, dass sich überhaupt jemand kümmert und solange es nichts kostet…

In der Politik sieht das schon anders aus

Nein, auch da beschwert sich keiner der Parteikollegen oder in den Fraktionen, wenn ich was nicht so schaffe wie ich es mir gewünscht oder andere von mir erhofft hatten. Termine werden dann schnell mal untereinander getauscht. In Themen einarbeiten, um in der nächsten Ausschusssitzung auch zu wissen worum es geht, dass machen wir gemeinsam und falls der eine für den anderen kurzfristig einspringen muss, dann gibt man demjenigen natürlich all die Informationen die zum jeweiligen Thema vorhanden sind. Das funktioniert zwar nicht mit allen und natürlich gibt es -gerade mit den weniger erfahrenen Fraktionskollegen im Gemeinderat- immer mal Nickeligkeiten, denn manch einer ist eben doch mehr daran interessiert wieder gewählt zu werden, oder als ganz toller Politiker in der Zeitung zu stehen, als daran wirklich gute Politik zu machen, aber im Kreistag klappt das super. Auch gibt es viele wirklich „nette“ Termine, denn gerade auf kommunaler Ebene findet ja noch die positive Variante der „Lobbyarbeit“ statt. Soziale Einrichtungen, Kindertagesstätten, Schulen, Bürgerinitiativen, Vereine und Verbände laden ebenso zu allerlei Veranstaltungen, wie die vermeintlich Großen die für Energieversorger, Unternehmen und Sparkassen den direkten Draht zur Politik pflegen. Selbstverständlich gilt für alle Termine egal ob groß oder eher kleiner, zuhören, realistische Möglichkeiten klären und vor allem aufpassen, dass immer das eigene Gewissen entscheidet und nicht die „Nettigkeiten“. Tatsächlich bin ich aber auch noch nicht in einer Situation gewesen, in der sich ein „Geschmäckle“ hätte entwickeln können, zum Glück. Was aber leider immer deutlicher wird, ist die negative Seite meines politischen Engagements. Auch wenn viele bemerken, dass ich meinen Job verstehe und das was ich als Kommunikationsberaterin anbiete auch dem eigenen Unternehmen nützen könnte, Aufträge bekomme ich trotzdem nicht. Zum einen sicher weil ich für einige in der falschen Partei bin. Oft aber auch, um da eben kein „Geschmäckle“ aufkommen zu lassen. So kommt es also, dass ich meine Kunden außerhalb meines politischen Amtsbereich suchen muss. Im Grunde auch gar nicht so schlecht, denn in der Mitte zwischen Hamburg und Bremen ist Frau ja flexibel. Schwierig wird es eben erst, wenn der oben beschriebene Zeitmangel dazu führt, dass ich immer seltener nach Hamburg und Bremen komme und ohne aktives Netzwerken und persönliche Gespräche nützt auch die beste Social Mediale Selbstvermarktung nichts, zumal ich die ja auch seit einiger Zeit nicht mehr aktiv betreibe.

Doch was politisch wirklich nervt…

Ist was sich politisch engagierte Menschen zum Teil gefallen lassen müssen. Natürlich erwarte ich nicht, dass heutzutage noch mit soviel Respekt und Hochachtung auf Ratsleute reagiert wird, wie das früher mal der Fall gewesen ist. Auch ist der „Schlagabtausch“ innerhalb der politischen Debatte für mich eher reizvoll und spannend, solange in der Sache gestritten wird. Wenn andere Meinungen und Sichtweisen klar durch argumentiert dazu führen, dass die Mehrheit auf der anderen Seite liegt, dann kann ich das als gute Demokratin sehr gut aushalten. Wenn ich aber von Menschen angepöbelt, persönlich beleidigt werde, oder noch viel schlimmer, wenn mein Mann oder mein Sohn da mit hineingezogen werden, dann endet meine Schmerzgrenze. Dann ist die Bezeichnung „genervt“ auch überhaupt nicht mehr ausreichend, dann bin ich wütend. Es scheint total chic und hip zu sein, Politiker zu beschimpfen. Da geht es nicht um Inhalte, nicht darum bestimmte Ziele zu erreichen, da geht es einzig darum, irgendjemandem die Schuld dafür zu geben, dass im eigenen Leben etwas nicht stimmt. Besonders jetzt im Bundestagswahlkampf wird es immer extremer, für was wir -die wir uns ehrenamtlich, meist sieben Tage die Woche und in jeder freien Minute für die Gesellschaft engagieren- den Kopf hinhalten sollen. Beinahe hätte ich jetzt geschrieben: „Wenigstens für´s Wetter kann uns keiner die Schuld geben, da weiß ja selbst der Dumpfeste, dass Politik da nichts machen kann“ aber halt… Auch dafür werden DIE Politiker ja zum Teil beschimpft, denn schließlich ist ja für den Klimawandel und die daraus resultierenden Extreme auch die Politik verantwortlich. Natürlich nicht nur die große Politik, nein auch wir kleinen Kommunalpolitiker sind Schuld, entweder weil wir für oder weil wir gegen etwas gestimmt haben, das mit etwas bösen Willen, irgendwie mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden kann. Ok, auch das halte ich aus, weil ich glaube, solange ich mich auf das konzentriere und da engagiere, wo ich weiß was ich tue und wenn ich wirklich Einfluss darauf habe, übernehme ich auch die Verantwortung für getroffene Entscheidungen. Wo ich aber nicht entscheiden kann und keinen Einfluss auf die Entscheidungen habe, dafür lasse ich mich auch nicht verantwortlich machen. In einem Land in dem mehr Bundestrainer zuhause vor den Fernsehern sitzen – meist ohne selber je eine Spur von Sport zu treiben -, als Fußballer in der Bundesliga spielen, wird wahrscheinlich auch ein Jogi Löw einiges aushalten, was ihn tatsächlich gar nicht tangieren bräuchte…

Wer sich nicht bewegt, der bewegt auch nichts!

Menschen die bei jeder passenden und meist auch unpassenden Gelegenheit jammern, klagen, sich beschweren über DIE blöden/unfähigen/faulen/machtgeilen/gierigen [kann beliebig erweitert werden] Politiker, sich aber weder in irgendeiner Weise mit Politik befassen, noch Zeitung lesen oder Nachrichten schauen (RTL II News & Co. sind keine Nachrichten!), noch über eine der vielen anderen Möglichkeiten vernünftig über politische Abläufe informieren. Die dann noch nicht einmal wählen gehen, weil ja Politik und Politiker sowieso sch…e sind, die nerven mich nicht nur, die gefährden unsere Demokratie. Dumm nur, dass es da einige gibt, die leider auch gar nicht wissen (wollen?) was da auf dem Spiel steht…

So, vorerst reicht das an Genervt sein 

schließlich soll ja in diesem Internet irgendwie immer alles total positiv sein und nur mit fröhlichen positiven Meldungen erreicht man doch die Menschen…

ok auch sowas #wasmichnervt 😉

 

Die Transparenz frisst ihre Kinder

Da sitzt er nun, der eigentlich junge Mann mit den weißen Haaren, in einem kleinen Raum mit abgeklebten Scheiben, in einer Botschaft in London. Neurotisch, Paranoid, vom Verfolgungswahn gehetzt schauend, so die Kommentare derer, die beim Convention Camp in Hannover das Skype Interview verfolgt haben. Julian Assange der Mann der „Transparenz“ zum wichtigsten Begriff weltweit gemacht hat. Seiner Überzeugung nach gibt es nichts, was nicht transparent öffentlich dargestellt werden kann. Genau er ist es, der eine Heidenangst davor hat, dass irgendetwas über ihn öffentlich wird… Heute zumindest.

Tatsächlich ist es gefährlich Transparenz zu „unbedingt“ zu leben, denn viele Informationen Schaden mehr als sie nutzen, wenn sie für jeden ungefiltert zugänglich sind. Es ist also wichtig genau zu überlegen ob das öffentlich machen der Information wirklich etwas nutzen kann. Es scheint unmöglich, unbedingte Transparenz zu schaffen, ohne das dabei Menschen zu Schaden kommen. Am Beispiel der Kriegsbilder mit denen WikiLeaks und damit Julian Assange zu dieser zweifelhaften Berühmtheit gekommen ist, wird das sehr deutlich. Wem hat es genutzt, dass diese erschreckenden Bilder/Filme öffentlich gemacht wurden? Der Plattform die das veröffentlicht hat auf jeden Fall. Dem Mann dahinter, im ersten Moment auch, denn dadurch wurde er zum „Rockstar der Internetwelt“. Für jemanden, der auf Berühmtheit Wert legt, sicherlich ein Erfolg. Doch zu welchem Preis sind diese „Erfolge“ zu Stande gekommen? Der Preis den Assange zahlt, ist dabei noch in meinen Augen in Ordnung, denn er hat ja auch einen Nutzen von der ganzen Aktion gehabt. Es gibt aber nun einmal eine Reihe von Menschen, die dafür zahlen müssen, ohne das sie Einfluss darauf hatten, weder auf das Geschehen selber, noch auf die Veröffentlichung. Die Soldaten im Kriegseinsatz, die eben nicht Krieg mit einem Computerspiel verwechselt haben. Die diese Einsätze verantwortungsbewusst und mit dem ihnen gegebenen Augenmaß gefahren sind. Mit den Informationen die da ungefiltert öffentlich gemacht wurden, sind ja nicht nur diejenigen an den Pranger gestellt worden, die „verantwortlich“ waren, sondern gleich alle miteinander. Assange meint, dies seien Kollateralschäden die akzeptabel sind, im Sinne der Aufklärung. Ich meine, wer gibt ihm das Recht darüber zu entscheiden? Nur der Ordnung halber: Wer mich kennt, oder auch wer diesen Blog hier öfter liest, weiß ich bin eine Kämpferin für transparente Informationspolitik. Wissen und Bildung sind für mich die wertvollsten Güter die es im 21sten Jahrhundert gibt und „Herrschaftswissen“ hat ausgedient! Es braucht aber sicher noch einiges an „Bildung“ bei vielen Menschen, damit echte Transparenz konsequent möglich wird. 

„Wenn du Transparenz predigst, musst du auch selber transparent arbeiten“ so Daniel Domscheid Berg zu Julian Assange. Dieser Satz könnte ebenso als Überschrift dienen, denn genau da liegt der Ursprung allen Transparenz Übels. Das heiße Spiel mit heißen Informationen, dabei haben sich auch andere oft die Finger verbrannt. Wer kann entscheiden, welche Information für wen richtig ist? Vor allem aber, wie viele Informationen müssen mit geliefert werden, damit Zusammenhänge verstanden werden? Können wir unserer heutigen Gesellschaft schon jede Information „zumuten“? OK, in meiner eigenen politischen Arbeit, kann ich das. Da bin ich ja sogar davon abhängig, dass ich alle Informationen bekomme, damit ich richtig entscheiden kann. Dafür bin ich natürlich auch bereit, mein Handeln und alles was im Zusammenhang mit meinen Entscheidungen steht transparent aufzuzeigen. Das genau ist es ja auch, warum ich sehr gründlich überlege, bevor ich handle. Ich stelle mir vorher die Frage, kann ich jeden Schritt meines Handelns später offen dokumentieren ohne Probleme zu bekommen? Tatsächlich stellt sich oft heraus, dass die Fälle in denen es dann doch Ärger gab, genau daran krankten, dass mir relevante Informationen fehlten.

Alles zu seiner Zeit!

Transparenz ist eine Zeitfrage. Diese Erfahrung macht ja auch die Piraten Partei aktuell immer wieder. Die Piraten werden gemeinhin ebenfalls als „Kinder der Transparenz“ gesehen, waren sie es doch, die allen „klassischen“ Politikern den Kampf angesagt haben, mit ihrer Forderung nach unbedingter Transparenz. Diese Forderung unterstütze ich sehr…ABER… Es bedarf eben einem wirklich guten Augenmaß zu entscheiden, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt wem transparent gemacht werden. Ist zum Beispiel eine Idee noch kaum geboren und wird sofort herausgerufen, stirbt sie doch noch in den Wehen. Strategie und Konzept sind nun einmal unumgänglich, damit aus Ideen auch Handeln werden kann. Gründlich durchdachte Strategien entstehen aber eben nur im „geschützten Raum“ und nicht öffentlich. Das „Wissen der Vielen“ ist sicher für einige Punkte einer politischen Entscheidung wertvoll und kann auch unpopuläre Entscheidungen auf breite Füße stellen. Besteht aber für eine Entscheidung Zeitdruck, dann kann Transparenz im laufenden Prozess nun einmal nur schaden. Wenn Entscheider mehr Zeit damit verbringen, Zusammenhänge zu erklären, damit der aktuelle Stand ihrer Entscheidungsfindung für jeden nachvollziehbar ist, dann haben sie nicht mehr die nötigen Ressourcen selber alle relevanten Informationen zu bekommen und zu verarbeiten, die es für die beste Entscheidung braucht. Diese Erfahrung machen eben die „Kinder der Transparenz“ gerade, denn in den simpelsten Entscheidungsprozessen verzetteln sie sich in Diskussionen die meist weit an der Sache vorbei im „ich will auch noch mal was Schlaues sagen“ Nirwana enden.

Macht und Transparenz

Zwei Begriffe, die sich gegenseitig ausschließen? Offensichtlich nicht, denn Julian Assange hat ja eine gewisse Macht erlangt, damit das er Informationen öffentlich gemacht hat. Doch ist das wirklich das Ziel aller Transparenz Forderungen? Ich meine nein… Ziel muss doch sein, dass eben diejenigen die diese Informationen „produzieren“ auch für deren transparente Weitergabe verantwortlich sein müssen. Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, dass ist für mich das „Zauberwort“ das hinter dem imaginären Transparenz Begriff steht. Macht erlangen damit, Informationen über andere öffentlich zu machen, dass ist doch warum die Presse als „Die viere Macht“ bezeichnet wird. Investigativer Journalismus wäre ja vom Aussterben bedroht, wenn alle und jeder immer alles ganz und gar von sich aus öffentlich macht… ach?!?

Noch ein Transparenz Opfer?

Ja, die Presse ist eben auch eines der „Kinder der Transparenz“. Lebt guter Journalismus doch davon, Informationen zu Tage zu fördern und öffentlich zu machen, die andere vielleicht gerne geheim oder wenigstens noch ein wenig länger nicht öffentlich gehalten hätten. Welche Daseinsberechtigung haben Journalisten denn noch, wenn alles immer transparent kommuniziert wird? Sind sie dann nur noch „Aufbereiter vorhandener allgemein bekannter Informationen“? Vielleicht ist es aber einfach auch nur ein wenig umständlicher, investigativ zu arbeiten. Denn noch gibt es ja genug „Leichen in den Kellern“, wenn diese dann mit so vielen Informationen überlagert werden, dass keiner sich mehr die Mühe macht durch all diese Transparenz zu buddeln. Da ist dann ja noch für lange die Spürnase mit dem richtigen Instinkt für echte Nachrichten gefragt…

Der Maja Kalender hat ja vielleicht das gemeint

Das Ende der Welt, die von Glauben bestimmt wird. Aller Orten hört man die und der haben ein „Glaubwürdigkeitsproblem“ oder „Wir müssen an unserer Glaubwürdigkeit arbeiten“ und eben „Mit Transparenz werden wir wieder glaubwürdig“. Ja, die Menschen glauben eben nicht mehr alles. Doch wird Politik zum Beispiel glaubwürdiger bzw. Politiker, wenn sie alle Informationen offen kommunizieren? Glaubt der echte Verschwörungstheoretiker denn, dass der transparent daher kommende Politiker die Wahrheit sagt? Vor allem, was ist denn jetzt die „Wahrheit“? Es gibt in vielen Themen ja einige Wahrheiten die je nach Blickwinkel unbedingt wahr oder falsch sein können. Also wieder die Frage, wer entscheidet denn nun, was die richtige allgemein gültige Wahrheit ist? Das ist, warum ich Mathematik so liebe… 1+1=2 egal ob es dabei rote, grüne, schwarze oder orange Zahlen sind, es führt immer zum selben Ergebnis. Warum ich meinen Mathe Lehrer weniger mochte als die Mathematik? Ganz einfach, er wollte von mir immer den richtigen Rechenweg wissen und hat sich nicht davon überzeugen lassen, dass es doch egal ist, wie ich zu dem Ergebnis gekommen bin, solange es das richtige Ergebnis ist. Vielleicht ist das ja, was aktuell so schwierig ist, besonders in der politischen Entscheidungsfindung. Jeder meint den richtigen Rechenweg zu kennen und verliert dabei aus dem Auge, dass doch das Ergebnis zählen sollte. Bei all der Diskussion über den Rechenweg wird aber genau das oft völlig verfehlt, das richtige Ergebnis.

Gesunder Menschenverstand und ein Gewissen machen Transparenz überflüssig

Mir scheint, wenn sich jeder in seinen Handlungen darauf besinnt, was ihm sein gesunder Menschenverstand und sein Gewissen sagen, wenn Entscheider auch die Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen müssen und vor allem, wenn jeder für sich selber Verantwortung übernimmt, dann wird die ganze „Transparenz Debatte“ wesentlich leiser werden. Wenn das Rauschen leiser wird, so das eben auch geschützte Räume dazu führen, dass jeder seine eigenen Gedanken „hören“ und zu Ende denken kann, wenn also alle Konsequenzen des eigenen Handelns bewusst werden bevor entschieden wird, dann wächst diese Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Das genau ist meine Definition von Politik… Verantwortung übernehmen und zwar zuallererst einmal für sich selber, für das eigene Handeln, dann braucht auch keiner Transparenz zu fürchten und kann auch davon nicht gefressen werden.

In eigener Sache… Brauche mal juristische Hilfe

Update: Die Angelegenheit liegt jetzt beim Anwalt und scheint auf eine Klage hinauszulaufen.

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Es gibt ja Erlebnisse, auf die kann Mensch getrost verzichten. Ebenso gibt es Menschen, die man besser nie in sein Leben gelassen hätte… Nun sind mir solche Menschen im Frühjahr diesen Jahres begegnet und ich kann jetzt eine lange Geschichte schreiben, darüber was mir mit diesen Leuten passiert ist. Am Ende dieser langen Geschichte steht dann: und jetzt schreibt der an das Inkassobüro das ich beauftragt hatte, er wolle mich und auch das Inkassounternehmen anzeigen wegen Betrugs und ich hätte die in Rechnung gestellte Leistung nie erbracht… ich könnte heulen über diese Unverschämtheit, aber statt dessen bin ich jetzt eben auf der Suche, nach einem Anwalt, der diese Angelegenheit übernimmt, denn mit heulen werde ich weder mein Geld bekommen, noch meine Reputation wieder herstellen.

Hier also die lange Geschichte, wer sich die Zeit nimmt diese zu lesen, den bitte ich darum, mir die Reaktionen „sowas macht man doch schriftlich“ oder ähnliches zu ersparen, ich weiß das alles und könnte mich in Grund und Boden schämen dafür, dass ich so vertrauensselig, also so blöd war…

Im Januar 2011 (also noch diesen Jahres) lernte ich auf einem Netzwerktreffen meiner regionalen Xing Gruppe einen Herrn V. kennen, der in dem Gebäude in dem die Veranstaltung stattfand, die obere Etage neu angemietet hatte, um dort eine Medienproduktionsfirma einzurichten. Selber war (und ist) er kein Mitglied bei Xing, er war also zufällig bei diesem Treffen dabei. Wir unterhielten uns kurz, tauschten Visitenkarten aus, eben das, was man halt so macht auf Netzwerktreffen.
Kaum eine Woche später, stand der Herr V. vor meiner Bürotüre. Er wollte mir mal zeigen, was die Firma ….bild so macht. Eine Mappe mit Prospekten und einer CD auf der Bilder und Filme, also Beispiele seiner Arbeit sind, hatte er auch dabei. Er erklärte mir, dass die neue Firma die er mit einem Geschäftspartner aufbaue, etwas mehr anbieten wird als das, nämlich neben den Panorama Fotos und aus Fotos produzierten Filmen auch richtige Filme und animierte Cartoons die auf Webseiten integriert werden könnten z. B. Auch die Webseitengestaltung, sowie klassische Werbemedien, wie Flyer und Anzeigen sollten von dieser neuen Firma produziert werden. Auf meine Frage, warum er mir dies alles erzählt (ich hatte ja zu keiner Zeit Interesse an seinem Angebot bekundet), antwortete er, vielleicht könne ich ja mit meiner Kompetenz in „neuen Medien“ und vor allem mit meinen guten Kontakten zu den Unternehmern in der Region, beim Unternehmensaufbau behilflich sein. Im weiteren Gesprächsverlauf ergaben sich auch einige Punkte, bei denen ich umgekehrt als Coach und als Marketingberaterin neue Kunden gewinnen könnte. Da die neue Firma selber, wie er sagte, noch nicht so richtig in Gange kommt, weil eine klare Strategie fehle, verabredeten wir uns in den neuen Büroräumen, damit ich den Geschäftspartner kennen lernen könnte.
Dieser Termin war dann auch wirklich interessant. Es stellte sich heraus, dass in dieser neuen Medienproduktion alles drunter und drüber ging. Die Büroräume waren noch gar nicht eingerichtet, die Grafikerin arbeitete mit ihrem privaten Laptop, der Vertriebler hatte noch nicht einmal ein Telefon und es existierte kein Internetzugang. Nachdem dieses Büro bereits seit sechs Monaten im Aufbau begriffen war und bereits die ersten Mitarbeiter das Unternehmen schon wieder verlassen hatten, war schnell klar, dass hier mehr als nur eine einfache Struktur fehlte. Als mir dann der „Geschäftsführer“ die Büroräume zeigte und dabei erklärte, dass ein Büroraum gar nicht genutzt würde, fragte ich an, ob ich vielleicht in dieses Büro ziehen könnte (mit Home Office ist ja nett, aber irgendwann braucht´s ja auch mal ein richtiges Büro). Die beiden Geschäftspartner und der „Geschäftsführer“ fanden die Idee klasse und über die Miete wurden wir uns auch sehr schnell einig, denn Herr V. erklärte, dass es ja einer Medienproduktion gut tun würde, auch eine Marketingberaterin im Hause zu haben und als Kommunikationstrainerin und Strategiecoach, könnte ich sowohl seine Kunden, als auch die Mitarbeiter der neuen Firma coachen und damit quasi die Büromiete zahlen. Das ist jetzt natürlich etwas grob umrissen, denn die Details dieser Abmachung waren sehr viel konkreter. Damit dies alles aber überhaupt möglich werden konnte, musste ja erst einmal das neue Unternehmen richtig starten und daher engagierte mich der Herr V. für einen Workshop, in dem ihm, seinem Geschäftspartner und den Mitarbeitern die Grundlagen vermittelt würden, die es für einen strukturierten Geschäftsstart braucht. Auch sollten Teambulding und Organisation/Zeitmanagement trainiert werden. -hier mein erster schwerwiegender Fehler, denn ich habe mir das nicht schriftlich geben lassen, sondern bin davon ausgegangen, dass der Auftrag doch im Beisein von mehreren Personen erteilt wurde, somit keine schriftliche Auftragsbestätigung nötig wäre- Ich habe dann noch ein paar spontane Ideen da gelassen, wie zum Beispiel die Anregung, einen eigenen Film über die neue Firma ….kieker zu produzieren, da das doch am besten zeigt, was diese Firma macht und kann. Auch eine größere Veranstaltung, mit der Film und Firma offiziell eröffnet würden habe ich vorgeschlagen, so dass dann auch endlich ein fixer Termin klar wäre, zu dem dann alles wirklich fertig sein muss. Herr V. war begeistert von meinen Vorschlägen und auch sein Geschäftspartner Herr E. war ganz angetan von den Plänen die da geschmiedet wurden. Ich habe dann ein kurzes Gesprächsprotokoll geschrieben und per Mail an die beiden geschickt (auch an den „Geschäftsführer“ der später noch eine große Rolle spielen sollte), bestätigt hat mir dieses Protokoll aber nur der Herr E. Auf meine telefonische Nachfrage bei Herrn V. der ja mein Auftraggeber war, warum er dieses Protokoll nicht bestätigt habe, erklärte er mir, dass ja im neuen Büro noch kein Internet wäre und er die @…kieker nicht abrufen würde bzw. könnte, die Bestätigung seines Geschäftspartners würde ja ausreichen. -vielleicht hatte er ja da schon den Plan im Hinterkopf, der heute abläuft, denn er droht damit, mich wegen Betrugs anzuzeigen. Ich soll mich mit seinem ex Geschäftspartner verabredet haben ihn zu betrügen. Inzwischen habe ich alle meine Mails durch gesehen und tatsächlich habe ich grundsätzlich nur von Herrn E. Terminbestätigungen und Rückmeldungen schriftlich erhalten-
Es fand also ein Workshop statt, in diesem WS ging es vor allem erst einmal darum, dass jedem Team Mitglied seine Aufgabe im Unternehmen klar würde. Der „Geschäftsführer“ war also da, um sich um alles Organisatorische zu kümmern. Er selber wollte aber auch gerne kreativ werden, hat zum Beispiel das Storyboard für den Image Film entwickelt und sprühte vor lauter tollen Einfällen, was denn noch so alles gemacht werden könnte… Damit, dass ich Herrn E. darin bestärkt habe, dass für den kreativen Teil doch Grafikerin und Filmemacher zuständig sind und er doch die Geschäfte führen sollte, habe ich mich anscheinend das erste Mal gründlich bei ihm unbeliebt gemacht. -heute ist er derjenige, der diese Androhung und Verleumdung unterschreibt- Er und der Herr V. haben mich dann am Rande dieses WS gebeten, noch einmal mit Herrn E. zu sprechen, damit der besser mitarbeiten würde… Es wurde dann auch gleich ein neuer WS Termin vereinbart, bei dem es um Leitbild und Strategie gehen sollte.
Dieser neue Termin wurde dann erst verschoben, weil Herr E. keine Zeit hatte, dann komplett abgesagt, weil Herr V. wütend auf Herrn E. war und dann neu vereinbart (mit Herrn V.) jetzt aber mit dem Thema Zusammenarbeit der beiden Geschäftspartner. Was dann folgte, würde jeden Rahmen sprengen wenn ich es hier ausführlich beschreiben wollte. Insgesamt mehr als 50 Stunden Gespräche, Workshops, Beratung, aber auch Kummerkastentante folgten und jedes Mal war Herr V. derjenige, der mich darum gebeten hat, noch einen Termin zu vereinbaren. Zwischendurch rief mich sogar die Gattin von Herrn V. an, da ich bereits erklärt hatte, dass mir das langsam zu dumm wäre was da abläuft, und bat mich doch noch einmal mit den Beiden zu reden. Inzwischen waren sich beide derart spinnefeind, dass es jemanden bräuchte, der vermittelt. Nun bin ich ja keine Mediatorin und das habe ich Frau V. auch erklärt, aber sie meinte nach allem was ihr Mann so über mich berichtet hätte, wäre ich wohl die einzige die aktuell noch vermitteln könnte. Ein neues Treffen wurde vereinbart, an dem auch die Ehefrauen der beiden Geschäftspartner dabei sein sollten. Wieder bekam ich die Terminbestätigung nur von Herrn E. schriftlich und auch an dem Termin war nur die Frau von Herrn E. anwesend, Frau V. die mich ja so dringend um diesen Termin gebeten hatte, war nicht dabei. Auf dieses Gespräch folgten noch einige weitere, jedes Mal mit klaren Vereinbarungen und Verabredungen… Jedes Mal wurde keine dieser Vereinbarungen von Herrn V. eingehalten und grundsätzlich gab er Herrn E. die Schuld daran. Im Hintergrund spielte der „Geschäftsführer“ dann auch noch dauernd irgendeine Rolle, denn der hat es zwischenzeitlich rundweg abgelehnt, mit Herrn E. zusammen zu arbeiten. Er war es aber vorher auch, der mich immer wieder bei den Zigarettenpausen darauf hingewiesen hat, das doch Herr E. alles kaputt machen würde, durch seine (zugegeben wirklich sehr spezielle) Art. Er war es auch, der auf Herrn V. großen Einfluss hatte, ihn also immer weiter gegen Herrn E. aufgehetzt hat.
Extrem langer Rede kurzer Sinn, da ich im Laufe der Zeit natürlich sehr viel über diese drei Herren erfahren habe und es ja Teil meiner Arbeit ist, die Wurzeln der Probleme zu finden und zu benennen, natürlich auch Lösungen anzubieten, habe ich nach diesen vielen Stunden Herrn E und Herrn V. einmal aufgeschrieben, was allem Anschein nach anders laufen müsste, damit überhaupt noch mal etwas funktionieren könnte in dieser neuen Firma. Herr E. hat sich an alle Verabredungen gehalten und mir auf mein Resümee geantwortet, ich hätte wirklich ein gutes Gespür für Situationen wie die dortige. Herr V., der sich ja an keine einzige Vereinbarung gehalten hatte, antwortete mir recht weinerlich, dass doch Herr E. an allem Schuld sei und er inzwischen  ja noch einen eigenen Coach hätte, der ihm auch geraten hat, sich von Herrn E. zu trennen. Er sagte mir jedoch zu, dass ich ja trotzdem in das Büro wie vereinbart einziehen könnte, sobald alles fertig wäre, denn er würde das Unternehmen zukünftig wieder unter dem Namen seiner anderen Firma also der ….bild weiter führen. Einige Tage später fand dann noch einmal auf Bitte von Herrn V. ein Gespräch statt, in dem er mir eröffnete, dass er jetzt doch lieber den Büroraum an jemand anderen untervermieten wolle, da ohne Herrn E. das Geld knapp sei und er von mir ja nicht die Miete verlangen könnte, die z. B. ein Versicherungsvertreter zahlen würde…
Ich muss zugeben, dass ich aus diesem Gespräch so geschockt heraus gegangen bin, dass ich vieles von dem dort gesagten nicht mehr richtig zusammen bekomme. Fakt ist aber, dass Herr V. auch diese Vereinbarung damit aufgekündigt hatte und wieder ohne Wissen seines Geschäftspartners und ich für die vielen Stunden Arbeit also nicht den vereinbarten Lohn in Form von Büromiete bekommen würde.
Ich habe mich dann erst einmal auf andere Dinge konzentriert, denn in den 3 Monaten die ich da mit diesen ….kiekern zu tun hatte, ist einiges anderes liegen geblieben, dass es aufzuarbeiten galt. Als ich dann ein Quartal weiter meine Ausgaben für die Steuer eingegeben habe, fiel mir auf, dass ich ja einiges an Aufwand hatte mit den …kiekern. Ich habe mich also dran gesetzt, die längst überfällige Rechnung zu schreiben, denn neben Fahrt- und Telefonkosten, habe ich ja sehr viele Stunden gearbeitet und der Lohn für diese Arbeit stand ja noch aus. Diese Rechnung habe ich an die Büroadresse der ….kieker geschickt, im Kopf beide Namen also V. und E. Sicherheitshalber natürlich auch noch per Email an beide mir bekannten Mailadressen, damit auch wirklich sicher beide diese Rechnung bekommen. Herr V. antwortete mir telefonisch, Herr E. per Mail (also wieder einmal nur von E. etwas belegbares) V. erklärte, er würde nur die Hälfte der Rechnung übernehmen, da er von Herrn E. erwarte, dass der die andere Hälfte zahlt. Ich habe ihm darauf hin gesagt, dass es mir egal sein könne, wer von beiden wie viel zahlt, denn die Rechnung ging schließlich an die ….kieker GbR und somit an die beiden Geschäftspartner der GbR, wer von beiden wie viel zahlen würde, müssten also beide untereinander ausmachen. Er erklärte mir dann noch, dass ich ihn verklagen müsste, um mein Geld zu bekommen, wenn ich mich nicht darauf einlassen würde, von ihm nur die Hälfte zu bekommen… Herr E. meinte nur, dass ich ja alles richtig gemacht habe, in dem ich die Rechnung an beide geschickt hatte und das mir natürlich das Geld zustehen würde, das ich da in Rechnung gestellt habe, denn ich habe ja dafür auch gearbeitet. Als nächstes bin ich in das Büro gefahren, um mit Herrn V. noch einmal zu sprechen. Er empfing mich mit den Worten „ja ja, ich zahl die ganze Rechnung, Du musst mir aber die Chance geben, das in kleinen Raten zu zahlen“ dann zeigte er mir einen Kontoauszug, auf dem zu sehen war, dass Herr E. viele Tausend Euro vom Geschäftskonto abgehoben hatte. Mit diesem Auszug wollte mir Herr V. zeigen, warum er nicht in der Lage ist, die volle Summe zu zahlen. Ich erklärte mich also einverstanden damit, dass die Rechnung in sechs Raten bezahlt wird. *wieder nix schriftliches, ich könnte mich selber würgen für diese Dummheit* 100€ zahlte er mir direkt in Bar aus, um zu zeigen, dass er sich an diese Vereinbarung auch wirklich halten wollte. *ja ich weiß, blöd, blöd, blöd*
Kurz darauf ging auch die erste Rate auf meinem Konto ein. Ich habe mich zwar über die krumme Summe gewundert, aber gedacht die käme wohl durch die Teilung durch sechs so zustande -ja, ich hätte nachrechnen sollen, dann wäre mir aufgefallen, dass das kein sechstel vom Gesamtbetrag war-
Herr V. rief mich dann noch an, da ich ihm gesagt hatte, dass mein Laptop kaputt ist und bot an, mir einen neuen zu kaufen, was dann als weitere Rate zu verbuchen wäre. Die Idee war ok, daher hat er nach meinen Wünschen Laptop und Software bestellt und eine Woche später konnte ich mir dies dann bei ihm abholen. Ich bekam aber nur eine Rechnung der Firma ….bild mit, keine Originalbelege von der Firma bei der er den Laptop angeblich gekauft hatte. Er erklärte dies damit, dass er ja erst in vier Wochen den Laptop bezahlen müsste bei dem Online Versandhandel bei dem er angeblich bestellt hatte und daher die Rechnung behalten müsste. -in meiner Naivität habe ich natürlich nicht darüber nach gedacht, dass er mir ja auch Kopien dieser Rechnung und der Garantie-Belege hätte mitgeben können, das wurde mir erst später klar- es waren also von den rund 4000€ damit und mit der ersten Rate 1.700€ bezahlt und ich habe dann erst wieder im November mit der nächsten Rate gerechnet.
Diese kam aber nicht und als Antwort auf meine Mail in der ich an diese Rate erinnerte, bekam ich einen Anruf. Wer mich da angerufen hatte, weiß ich nicht, denn der Anrufer hat sich nicht mit Namen gemeldet. Er hatte nur wie ein Maschinen Gewehr auf mich eingeredet, er sei von Herrn V. beauftragt mir mitzuteilen, dass er keine weiteren Zahlungen für Herrn E. mehr übernehmen würde, dass die ….kieker GbR auch nicht mehr existieren würde und das ich meine Forderungen an Herrn E. richten müsse. Er garnierte diese Salven noch mit einigen Paragraphen und Beleidigungen, äußerte sich noch ein bisschen abfällig über Herrn E. und legte dann auf. Ich schrieb Herrn V. eine Mail, in der ich ihn fragte was das denn solle und wer mich denn da angerufen hätte… Als Antwort kam einige Tage später ein Brief in dem mir eine Frau K. die ppa für die Firma ….bild zeichnet. In diesem Brief schreibt sie unter anderem: „Ihre Ansprüche gegen die …kieker GbR, werden vorläufig nicht bestritten. Zu berücksichtigen ist die Rechtmäßigkeit der Forderung. ….handelt es sich um eine zwei Personen Gesellschaft. Aus diesem Grund weise ich die einseitige Forderung gegen Herrn V. zurück.“ und noch einen Hinweis darauf, dass die ….bild KG ja auch noch Forderungen aus der ….kieker GbR Zeit gegenüber Herrn E. habe und ich deshalb mein Geld bei Herrn E. eintreiben sollte.Sie bietet mir aber noch ein klärendes Gespräch an. Als letzten Satz schreibt sie:“ Sollten Sie hieran bis zum …… (zwei Tage nachdem ich den Brief erhalten hatte) nicht interessiert sein, betrachte ich den von ihnen deklarierten Anspruch als hinfällig, zumal mir für die von ihnen fakturierte Dienstleistung keine Beauftragung vorliegt“
Dieses Schreiben habe ich dann beantwortet und genauer beschrieben, dass ich zum einen ja auch gar nicht alleine gegen Herrn V. fordere, sondern eben beide ehemaligen Geschäftspartner anschreibe und außerdem aber Herr V. ja von Anfang an mein Auftraggeber und auch Ansprechpartner war. Das außerdem Herr V. mir ja auch zugesichert hatte, die Summe zu zahlen, wenn ich ihm die Möglichkeit einräumen würde, dies in sechs Monatsraten zu zahlen und diese Vereinbarung ja mit Zahlung der ersten Rate auch bestätigt wurde… Ich erklärte mich dann mit dem Gesprächstermin einverstanden, da ich ja eine Klärung der Angelegenheit wollte. Als Antwort darauf erhielt ich ein Fax, das sehr frech war, aber zumindest eine Terminbestätigung beinhaltete… Einen Tag vor diesem Termin bekam ich dann noch ein Fax, in dem mir Frau K. vorgeschlagen hat, ich könne doch Herrn E. zu diesem Termin mitbringen (sie schreibt ich hätte doch so ein gutes Verhältnis zu Herrn E.) dann könne E. auch gleich alles unterschreiben, was da so an Forderungen bei der ….bild KG aufgelaufen sei, die eigentlich der ….kieker GbR galten. Dieses Fax habe ich dann damit beantwortet, dass ich erst einmal klar gestellt habe, dass ich überhaupt kein  Verhältnis weder vertrauensvolles (wie sie schreibt) noch sonst irgendeins habe und den Termin absage, da ja offensichtlich keine Klärung zu erwarten ist. Ich habe darin auch noch einmal betont, dass ich beiden Gesellschaftern eine Mahnung zusenden werde und noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Forderung an die ….kieker GbR gerichtet ist und nicht an die ….bild KG. Vor allem auch, dass es nicht meine Entscheidung ist, von wem von beiden ich mein Geld bekomme.
Dann habe ich die angekündigte Mahnung wieder an Herrn V. und Herrn E. geschickt. Nachdem hierauf keinerlei Reaktion erfolgt ist, habe ich mich an ein Inkassobüro gewendet und die ganze Angelegenheit dorthin abgegeben.
*und jetzt wird´s wirklich skurril*
Das Inkassobüro hat natürlich umgehend die ….kieker angeschrieben. Allerdings nur den einen der beiden Gesellschafter, aber nicht persönlich sondern eben als ….kieger GbR. Tags drauf bekam ich einen Brief, in dem mir das Inkasso Unternehmen mitteilt, dass es die Forderung nicht beibringen könne, da dieser widersprochen wird. Es steht da: „Laut Schuldner ist alles Betrug, der Schuldner will uns und Sie anzeigen“ Dem Schreiben liegt auch gleich eine Vereinbarung bei, mit einem Anwalt, dem die ganze Angelegenheit dann übertragen werden kann, da ja offenbar nur im Klagewege weiter gemacht werden kann. Ich habe dann da mal angerufen, weil ich das Ganze im ersten Moment nicht verstanden habe. (ja naiv wie ich bin) Die Dame dort erklärte mir, dass sie einen Anruf erhalten hat, von jemandem der wohl von Herrn V. beauftragt wurde. Dieser Anrufer hat mit irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Paragraphen um sich geschmissen, sie dann noch persönlich angegriffen und dann eben gesagt er würde uns alles anzeigen weil da eine große Betrugsmasche liefe… Mir scheint, da war der gleiche mysteriöse Anrufer dran, wie bei mir damals ;o} Die nette Frau vom Inkasso hat auf jeden Fall auch fest gestellt, dass da jemand völlig neben der Spur läuft, konnte mir aber trotzdem keinen Rat geben, wie ich denn weiter verfahren solle. Sie sagte, es ist auf jeden Fall jetzt Sache eines Anwaltes und dieser könnte wahrscheinlich das Geld kosten, um das es hier als Forderung geht.
Weil ich ja vielleicht etwas treudoof aber nicht feige bin, habe ich noch einmal Herrn V. eine Mail geschrieben, in der ich ihn fragte, ob das alles tatsächlich in seinem Auftrage passieren würde. Ich könne mir einfach nicht vorstellen, dass ich mich dermaßen in einem Menschen getäuscht haben soll und ich kündigte ihm an, dass ich, sollte er tatsächlich diesen ganzen Unfug verantworten wollen, selber eine Anzeige wg. Verleumdung und Rufschädigung in Erwägung ziehe. Schließlich ist es ja schon ein starkes Stück zu behaupten ich würde betrügen….
Am nächsten Tag bekam ich noch einmal Post vom Inkasso Büro. Herr V. selber hat da ein Fax unterschrieben, in dem tatsächlich steht, ich wäre nie von ….kieker GbR beauftragt worden und hätte auch keine Beratungsleistung erbracht. „Wir können nur annehmen, dass hier zwischen dem früheren Mitgesellschafter Herrn E. und Frau Dorsch eine Absprache zur Verschaffung eines rechtswidrigen Vermögensvorteil nach §263 StGB getroffen worden ist, zum Nachteil des früheren Mitgesellschafters Herrn V. Wir haben zwischenzeitlich Strafantrag gegen Herrn E. gestellt und behalten uns vor, gegen Frau Dorsch ebenfalls Strafantrag zu stellen.
Wir weisen Sie darauf hin, dass weitere Maßnahmen Ihrerseits zum Inkasso dieser nicht bestehenden Forderung den Tatbestand der Begünstigung erfüllt und wir gegebenenfalls Strafantrag nach §257 StGB stellen werden“
Mitunterzeichner dieses Schreibens ist der Herr „Geschäftsführer“ der mich damals immer wieder aufgefordert hatte, Herrn E. nahe zu bringen, dass er aus dem Unternehmen verschwinden solle.

*was mach ich denn nu?*

Ehrlich, Aufrecht, Transparent

In der Politik sind das doch die Worte, die jeder gerne benutzt und die alle hören wollen. Doch was davon wird wirklich im politischen Alltag gelebt?

Ja, der Bundespräsident gibt den „Guttenberg“ und redet, bei einer Unregelmäßigkeit erwischt, lieber um den heißen Brei, statt die Konsequenzen seines Handelns zu übernehmen. In schönster „Salamitaktik“ wird Scheibchenweise das eine oder andere zugegeben, Papiere die zeigen sollen, dass hier ganz transparent agiert wird, werden vor gelegt, nachdem das was sie aussagen, bereits lange bekannt ist. Insgesamt also ein Verhalten, dass mit Ehrlich, Aufrecht, Transparent so rein gar nichts zu tun hat.

Aber auch in der „kleinen Politik“, also an der Basis der Parteien und in der Kommunalpolitik ist es schwierig, diese einfachen Worte tatsächlich zu finden. Da wird mit Hinterlist und Tücke, um jedes noch so kleine Pöstchen, um einen Ortsbürgermeister oder einen Fraktionsvorsitz gekämpft. Da werden Informationen zurück gehalten, um diesen Wissensvorsprung für eigene Interessen zu nutzen und sich damit besser positionieren zu können, um bei anderen Posten und Pöstchen die nötige Ausgangslage zu bekommen. Was auch immer an kleinen und großen Machtspielchen ansteht, einige sind sich schlicht für nichts zu schade, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Dabei geht oft unter, dass es doch so viele andere gibt, in der großen wie in der kleinen Politik…

Tatsächlich ist es nämlich so, dass diejenigen, die es ernst meinen mit Ehrlich, Aufrecht, Transparent meist gar nicht wissen, wie sie mit den Macht geilen umgehen sollen. Viele geben irgendwann auf, weil es einfach viel zu viel Energie kostet, sich ehrlich durch zu setzen. Manche gehen einfach unter, werden also gar nicht bemerkt und einige passen sich den Gegebenheiten dahin gehend an, dass sie selber ihre Scheu vor diesen Hinterhältigkeiten ablegen…

Ist es nicht an der Zeit, diejenigen zu stärken, die sich an diese drei Worte halten?

Meiner Meinung nach, hat Marina Weisband von der Piratenpartei dazu einige wirklich wahre Worte gefunden:

Wahre Worte gelassen ausgesprochen

Transparenz, Glaubwürdigkeit, Authentizität, Respekt und Anerkennung … Musik in meinen Ohren. In den Ohren der meisten Menschen ja ebenso und daher um so verwunderlicher, dass ausgerechnet auf einer PR Gala, wo doch diejenigen tanzen, die am allerbesten wissen sollten, was Menschen wollen und wie man sie am besten erreicht, ein Mann der sich als fern dieser Branche bezeichnet darauf hinweisen muss.

Überall begegnet uns dieser Tage das Wort Sozial. Ob als Social in der Bezeichnung der neuen Medien, ob in meiner Partei im Namen, ob bei den Erwartungen in Stellenausschreibungen… Meiner Meinung nach hat Herr Gauck in dieser Rede „schnell mal“ erklärt, was Sozial tatsächlich heißt: Transparent, Glaubwürdig, Authentisch = ehrlich, respektvoll und echt. Schöner Gedanke, wenn das wirklich in PR und Politik ankommt.

Schuldig!

Da ist er wieder, der große Zeigefinger, der wild in die Gegend hinein ragt um in alle Richtungen ein anklagendes SCHULDIG! zu rufen.

Zwanzig Menschen sind tot, Hunderte schwer verletzt und Tausende traumatisiert… aber nein, wer interessiert sich denn dafür, viel wichtiger ist es doch zu schauen, wer Schuld trägt, oder wem man die Schuld geben kann. Hauptsache nicht die Verantwortung übernehmen, bloß nicht selber vor diesen großen Zeigefinger geraten. Irgendwie haben doch alle vorher gewusst, dass die Loveparade in Duisburg zur Katastrophe wird. Also eigentlich haben ja auch alle gewarnt und prophezeit. Na ja und schuld sind ja eh immer die Anderen…

Ein unendlich trauriger Anlass, über ein Thema zu schreiben, das mich schon lange beschäftigt. Die Sache mit den Schuldzuweisungen. Es wird nicht gefragt, was ist mein Anteil an dem was da falsch gelaufen ist, keiner sagt:“ Ja, ich bin für diesen Teil verantwortlich, also muss ich auch für diesen Fehler der in meiner Verantwortung lag gerade stehen“ Auch gibt es niemanden, der überlegt, was in der Sache falsch gelaufen ist. Alle suchen nur nach einem Schuldigen, den man bestrafen kann, der die eigenen Fehler vergessen macht, auf den man zeigen kann, mit den Worten: „Der war´s, der hat viel mehr Schuld als ich“ Wem nutzt das????????? Wird auch nur einer dieser 20! Toten wieder leben, weil der Schuldige gefunden ist? Wird auch nur einer der über 500! Verletzten schneller gesund, weil klar ist, wer den größeren Fehler gemacht hat? Werden die Bilder in den Köpfen der ungezählten Traumatisierten irgendwie erträglicher, weil ein Verwaltungsbeamter vorzeitig in den Ruhestand geht?

Was hilft denn tatsächlich? Meiner Ansicht nach, ist es doch erst einmal wichtig, die Fakten zu klären. So ist zum Beispiel inzwischen klar, dass Veranstalter und Verwaltung wieder besseren Wissens, mit völlig falschen Zahlen hantiert haben. Aus meiner eigenen kommunalen Arbeit in Scheeßel (Hurricane) weiß ich, wie Veranstalter eines Großevents Druck machen können. Auch ist mir bekannt, wie ätzend es sich anfühlt, wenn man als „kleine Ratsfrau“ Bedenken zu einigen Punkten einer Veranstaltung anmeldet, die im Falle Hurricane derzeit das 8fache der Einwohnerzahl in unsere Gemeinde zieht. Da wird dann ein Politikum daraus gemacht, Druck ausgeübt mit Kommentaren wie „Wollen sie das Hurricane abschaffen?“ oder „Die SPD ist gegen das Hurricane“… In unserem Falle handelt es sich dabei aber nur darum, dass die Anwohner zum Teil echten Stress haben und das wir als Gemeinde keinen Cent mehr in die Gemeindekasse bekommen. Aber bei einem Festival, für das im Vorfeld Eintrittskarten verkauft werden, ist es kein Problem, mit Teilnehmerzahlen zu hantieren. Solange das Gelände für 50.000 Teilnehmer geeignet war, wurden also nur 50T Karten verkauft, seit es für 80.000 erweitert wurde, können eben entsprechend mehr Karten verkauft werden. Anders in Duisburg, dort war nur eine Zahl von vorn herein klar. Mehr als 250.000 Menschen passen nicht in diesen „Kessel“. Eine andere Zahl hätte jedem klar sein müssen. Es werden deutlich mehr Menschen zur Loveparade kommen als 250.000…

Ob nun Gier oder einfach das fehlen von gesundem Menschverstand, für diese Katastrophe verantwortlich sind, wer jetzt seinen Hut nehmen muss und warum… mal ehrlich, mir ist das vollkommen egal. Wichtig ist doch, dass die Fehler gefunden und die entsprechenden Lehren daraus gezogen werden, so dass nie wieder eine derartige Katastrophe passieren kann. Außerdem muss jeder, der mit seiner Entscheidung einen Beitrag zum Ergebnis geleistet hat, mit seinem Gewissen ausmachen, wie viel Verantwortung er übernimmt. Im Vordergrund sollten aber, meiner Meinung nach die Opfer stehen, die diese Fehlentscheidungen mit ihrer Gesundheit und sogar mit dem Leben bezahlt haben.

Nicht wer schuld ist, sondern wer sich seiner Verantwortung bewusst ist, das interessiert mich… Bis jetzt scheint es da noch keinen zu geben.

Oh du…

Es ist mal wieder soweit…alles hetzt noch schnell in die Geschäfte, Weihnachtsgeschenke jagen. Auf den Straßen, an Bahnhöfen und Flughäfen wird gedrängelt und geflucht, weil alle noch schnell irgendwo dringend hin müssen. Die Postboten und Paketlieferdienste sind bis Anschlag gestresst und genervt. Die ersten Wohnungen sind auch schon, wegen nicht ausreichend bewachter Adventskränze, abgebrannt. Wie freuen wir uns doch, dass das alles nur die Vorbereitung auf das Fest der Feste ist, denn richtig toll wird´s ja dann am 24igsten. Familien die sich wohlweislich das ganze Jahr über aus dem Weg gegangen sind, sitzen  in froher Erwartung vereint um den Tannenbaum und „Feiern“ Weihnachten. Beim fetten Essen, das sonst nie angerührt würde, ist meist alles noch recht friedlich. Mit der Bescherung kommt der Ball dann aber ins rollen…“oh wie lieb, schenkst du mir doch tatsächlich die tolle Schale die du letztes Jahr von mir bekommen hast zurück, danke“ | „Prima, Socken und dann auch noch bunte“ spricht der Grufty | „Schön was da deine Sekretärin für mich ausgesucht hat, ist der Duft den sie von Dir bekommen hat auch 4711?“… und so weiter und so fröhliche Weihnachtszeit. Nach dem öffnen der zweiten Weinflasche nimmt die Fröhlichkeit dann richtig Fahrt auf. Hatte man doch das ganze Jahr über keine Zeit für ein: „Was ich dir immer schon mal sagen wollte!“ jetzt ist die Gelegenheit…

Ich für meinen Teil habe Heilig Abend am liebsten hinter dem Tresen verbracht, bis zu dem Jahr als ich Mutter wurde und mich in diese Fröhliche Weihnachterei einfügen musste. Schön war´s, alle möglichen Weihnachtsflüchtlinge saßen bei mir am Tresen und haben sich besinnlich getrunken. Meine Stammgäste haben mir lauter kleine Geschenke mit „Großfreueffekt“ mitgebracht und egal, ob nun zu Discozeiten, im Irish Pup oder in den Jahren meiner eigenen Kneipe, es haben sich immer nur Leute an meinem Tresen gesammelt, die das ganze Jahr über gerne Zeit miteinander und mit mir verbracht haben. Keine Erwartungshaltung, keine „Muss Geschenke“ und vor allem kein süßer Wein den keiner verträgt.

Euch wünsche ich genau die Feiertage die Ihr euch wünscht und vielleicht lesen wir uns ja über Weihnachten, weil Ihr Euch auch lieber bei den Leuten aufhaltet, mit denen Ihr das ganze Jahr gerne Zeit verbracht habt…falls ich dazu gehöre, treffen wir uns hier 😉